Projektidee

Die auf Foto-, Text- und Audiomaterial basierende Wanderausstellung portraitiert Menschen, die Gegenstände aus ihrem persönlichen Besitz verschenken. Projekte wie Umsonstläden und das Verschenknetzwerk „Freecycle“ werden aus einer deutsch-polnischen Perspektive durch persönliche Portraits von beteiligten Personen dargestellt und anhand dessen die Idee einer Schenkökonomie vermittelt. Ökonomische, politische, ökologische, soziale und kulturelle Aspekte des Schenkens werden dabei berücksichtigt.

Wir gehen der Frage nach, inwieweit durch die Praxis des Schenkens Ressourcen geschont und damit ein Beitrag zum Umweltschutz geleistet werden kann. Daneben werden auch interkulturelle Unterschiede in der Praxis des Schenkens zwischen Deutschland und Polen berücksichtigt.

Warum verschenken Menschen persönliche Gebrauchsgegenstände? Welchen Stellenwert haben materielle Güter und deren Neuwertigkeit für die Beteiligten? Partizipieren die an solchen Projekten Beteiligten aus materieller Notwendigkeit, aus Gründen des Umweltschutzes, weil Umsonstläden und „Freecycle“ als angesagt gelten oder weil ein anderes Wirtschaftssystem angestrebt wird? Sind Projekte einer Schenkökonomie mögliche Antworten auf die Wirtschafts- und Finanzkrise?

Können Menschen sich durch gegenseitige Unterstützung im Alltag, durch ein Schenken von Gebrauchsgegenständen, von Zeit, Wissen und Fähigkeiten systematisch ohne Geld versorgen? Werden dadurch weniger Dinge neu gekauft und Ressourcen geschont? Wie wirkt sich die Praxis des Schenkens auf soziale Beziehungen aus? Empfinden Beschenkte eine Verpflichtung zur Reziprozität und erwarten Schenkende eine ihrer Gabe gleichwertige Gegenleistung in der Zukunft? Leben an solchen Projekten der Gegenseitigkeit beteiligte Menschen glücklicher?

Die Ausstellung initiiert durch interaktive Elemente einen Dialog unter den Ausstellungsbesucher_innen über diese und viele weitere Fragen zum Thema „Schenken“ und zeigt Wege auf, wie Menschen selbst aktiv werden und sich an derartigen Schenkprojekten, die teilweise nur in einer kleinen, gesellschaftlichen „Nische“ bekannt sind, beteiligen können.

Begleitet wird die Ausstellung an den verschiedenen Orten in Deutschland und Polen durch Bildungsangebote und Open-Space-Veranstaltungen zu den Themen „Schenkökonomie“, „suffzienter Lebensstil“ und „Tauschen, Teilen und Schenken als neue Nutzungsformen“. Durch die Vermittlung von theoretischem und praktischem Wissen möchten wir Möglichkeiten individueller Beteiligung aufzeigen. Insbesondere die junge Generation probiert heute schon viele der genannten neuen Nutzungsformen aus, entwickelt diese weiter und wird zukünftig mit den Herausforderungen einer nachhaltigen Entwicklung konfrontiert sein. Hier sehen wir das Potenzial, durch Bildungsangebote Denkanstöße und Handlungsoptionen für ein nachhaltiges Konsumverhalten sowie für ehrenamtliches Engagement zu geben. Wir möchten mehr Menschen für diese neuen Formen des Wirtschaftens und des Miteinanders begeistern.

Letztlich steht die Faszination über das Schenken im Alltag im Mittelpunkt der Ausstellung.
Es ist die Faszination darüber,
… dass ein anderes Wirtschaften mit einer anderen Logik tatsächlich praktiziert wird,
… dass die beteiligten Personen weitermachen, obwohl es Gründe für Frustration gibt,
… dass so viel mehr als nur ein materieller Austausch dabei entsteht.

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